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Netzwerk „Komponierende Jugend“

Die Komponistenklasse Dresden hat ein Netzwerk „Komponierende Jugend“ angeregt und möchte Kontakt zu Einrichtungen und Projekten aufnehmen, die komponierende Kinder und Jugendliche fördern.

Kompositionslehrer und Musiker, die sich mit dem Musikerfinden 8- bis 18-Jähriger beschäftigen sowie komponierende Schüler sind zum Erfahrungsaustausch eingeladen!

Stephan Lewandowski

Obwohl meine Zeit in der Kinderkomponistenklasse Halle-Dresden nur recht kurz war, habe ich viel Positives, Anregendes und auch Lustiges erlebt. Ich habe mich in meinem letzten Schuljahr über regelmäßigen Kompositionsunterricht sowie einen Ferienkurs intensiv auf mein Kompositionsstudium vorbereiten können. Unterricht in Instrumentenkunde, Gehörbildung und Musiktheorie, aber auch Einblicke in die Theaterwelt und Besuche von Museen gehörten zu den umfassenden Eindrücken, die ich vermittelt bekam. Mehrfach fanden auch öffentliche Konzerte an renommierten Spielorten und mit hochkarätigen Musikern statt. Die Probephase und die Konzertatmosphäre gestalteten sich dabei äußerst angenehm. Alle – spielbaren und mitunter auch nicht spielbaren Ideen – wurden stets ernst genommen und gegebenenfalls umgearbeitet. Heute unterrichte ich selbst an zwei Musikhochschulen Musiktheorie und an einer Musikschule Klavier und Musiktheorie.

Julia Rarisch

Komponistenklasse – das hieß Stifte spitzen und Notenpapier einpacken statt der Badehose und dann rein in den Rausch von Noten und Musikinstrumente. Interpreten „zum Anfassen“ und die Frage, was passiert, wenn man den Schalltrichter der Posaune beim Spielen ins Wasser hält. Wir Schüler waren eine bunte Mischung, die gemeinsam beim Singen harmonierten und musizierten, aber auch ganz schön viel Rabazz machen konnten.
In den Jahreskonzerten wurde hörbar, was der Kopf ersponnen hat. Ich glaube, spurlos ging das an niemandem von uns vorbei. Für mich ist das Komponieren immer noch Teil des Lebens und als Musikerin widme ich mich intensiv der zeitgenössischen Musik, das wäre wohl nicht so ohne die Komponistenklasse geworden.

Bernd Schumann

Die Komponistenklasse war für mich ein geschützter Raum, ein Refugium, fernab von Wettbewerbs- und Konkurrenzdruck, in dem jeder Schüler sich unterschiedslos vom Ausbildungsstand als Mensch und Künstler ernst genommen fühlen konnte. Die freundschaftliche Atmosphäre und das libertäre, vergleichs- und bewertungsfreie pädagogische Konzept waren sehr prägend für meine persönliche Entwicklung. Unter höchstqualifizierter Anleitung und besten Arbeitsbedingungen konnte ich so einen Grundstein legen für meine weitere Laufbahn, sowohl in beruflicher als auch in künstlerischer Hinsicht. Ich verdanke der Komponistenklasse sehr viel.

Wieland Schwanebeck

Dass man niemals nur mit Gleichaltrigen zusammenglucken muss, dass gemeinsames Singen allen Stimmbrüchen zum Trotz lohnen kann, dass man in keinem Alter nur für die Schublade Musik schreiben muss, all dies sind Lehren, die ich meiner Zeit in der Komponistenklasse verdanke. Wie die meisten Schüler sind es vor allem die Ferienkurse, mit denen ich wunderbare Erinnerungen verbinde, aber ohne den regelmäßigen Unterricht in Dresden hätte es zum Jahreskonzert niemals fertige – oder durchdachte – Noten, ganz zu schweigen von gerade noch in der Frist fertig gewordenen Stimmauszügen gegeben. Welchen Verlauf ein Schuljahr auch immer nach, was auch „sonst so“ im Leben gerade prägend gewesen war – in der Komponistenklasse sind wir alle immer ein bisschen aus der Zeit gefallen, und haben miteinander musiziert. Gemäß dem Musikverständnis, das mir die Komponistenklasse mit auf den Weg gegeben hat, zähle ich zum Musizieren jeden Aspekt des Miteinanders, wobei Notenpapier-Bekritzeln ein wichtiger Teil, aber bei weitem nicht alles ist.

Da wiehert die Tuba

Freie Presse Chemnitz – Tim Hofmann, 19.10.10
Die Kinderkomponistenklasse Dresden zeigt erstmals in Chemnitz, wie aufregend Neue Musik klingen kann
[…] Die Klänge, die zu hören waren, erschließen dagegen ganz andere Weiten, und das nicht nur, weil mit dem Kammerensemble Neue Musik Berlin international angesehene Profis die Stücke der Mädchen und Jungen zum Leben erweckten: Die Werke deckten ein breites Spektrum von Barock-inspirierten Sätzen bis zu lustvoll-freiem Klangexperiment ab und bestachen vor allem durch eine unverkopfte, herzliche Frische voller Musiklust und Erfindergeist. Infantil war dabei absolut nichts, auch wenn man das auf den ersten Blick vermuten mag. Doch die Idee, etwa die Nahrungssuche einer französischen Krabbe samt ihrem schicksalhaften Tod mehr…

Zwischen Geistern und Realität

Dresdner Neueste Nachrichten – Hartmut Schütz, 19.10.10
Die Hellerauer TonLagen, Dresdens Festival der zeitgenössischen Musik, boten nicht nur ein Dach für große Formate und bekannte Namen, sondern hatten mit dem Jahreskonzert der Komponistenklasse Dresden

mehr…

„Meine Schritte auf der Straße“

Dresdner Neueste Nachrichten – Gabriele Gorgas, 15.6.10
Binationales bei „Kids on stage“ in Hellerau
Dass Kinder schon frühzeitig ihre Eltern mit verrückten Zeichnungen und Malereien überraschen, kennt ja jeder. Auch, dass sie gern singen und tanzen. Doch komponierende Kinder und Jugendliche, das dürfte wohl eher die Ausnahme sein, wobei in Dresden davon schon seit fast drei Jahrzehnten immer mal wieder zu hören ist. Schließlich gibt es eine Komponistenklasse für junge Tonschöpfer. […] Bei „kids on stage“ im Festspielhaus Hellerau hat sich jetzt die Komponistenklasse Dresden erstmals in einem Gemeinschaftskonzert mit der Prager Komponistenklasse „Maly Dvorak“ vorgestellt, und was da im Großen Saal vor reichlich mehr…

Gute Noten

DIE ZEIT Nr. 20 – Ralf Geißler, 12.5.10
Die Dresdnerin Silke Fraikin lehrt Kinder das Komponieren. Schon Zehnjährige schreiben eigene Lieder
Ein Trommelwirbel. Die Oboe schleicht sich heran. Fagott und Violine kämpfen um die Vorherrschaft. „Oft denken sich Kinder Geschichten aus und erfinden Musik dazu“, sagt Silke Fraikin. […] Aus den Lautsprechern ertönt die Miniatur Krieg der gigantischen Bombanten. Es klingt ein wenig wie im Asterix-Film. Lustig, aber auch martialisch. Als eine Sopranistin schrill um Hilfe ruft, lächelt Fraikin. […] „Ich will mit dem Vorurteil aufräumen, dass Komponieren nur etwas für Wunderkinder ist“, sagt Fraikin. Sie schult bei 8- bis 18-Jährigen Gehör und Rhythmusgefühl, lehrt das Lesen von Partituren – und wie man eine Melodie zu Papier bringt. […] Bis zu drei Monate arbeitet Fraikin mit ihren Schülern an rund zwei Minuten Musik. „Man braucht viel Geduld, um etwas Eigenes zu schaffen“, sagt sie. […] Sie blättert in einem Stapel Fragebögen, die sie ihre Klasse ausfüllen ließ. Unter dem Stichwort „Lieblingskomponisten“ notierten ihre Schüler neben Beethoven und Tschaikowsky die Stars aus der Bravo: Eminem, Wise Guys und die Black Eyed Peas.

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