Ehrung für Silke Fraikin, Ekkehard Saretz und David Timm

„Musik in Sachsen“ – 07.09.2020

Der Sächsische Musikrat hat am Sonntag zum 10. Mal die Johann Walter Plakette vergeben.

Mit Silke Fraikin (Dresden), Ekkehard Saretz (Torgau) und David Timm (Leipzig) wurden am 6. September in der Torgauer Stadtkirche drei Persönlichkeiten geehrt, die auf sehr unterschiedliche Weise die Musikkultur in Sachsen befördert haben. Der Präsident des Sächsischen Musikrates, Prof. Milko Kersten übergab die Plaketten in Anwesenheit der Sächsischen Staatsministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch. Annette Schlünz, Landeskirchenmusikdirektor Dietrich Ehrenwerth und Prof. Dr. Christoph Krummacher übernahmen die Laudationen.

Silke Fraikin wurde für ihr künstlerisches Wirken als Kompositionspädagogin und die damit verbundenen Verdienste um die zeitgenössische Musik und deren Vermittlung die Johann Walter Plakette des Sächsischen Musikrates verliehen. Mit Silke Fraikin besitzt das Musikleben eine hoch angesehene Persönlichkeit, die als Komponistin und Kulturmanagerin tätig ist und sich aus dieser Erfahrung heraus in besonderem Maße kompetent für die musikalische Nachwuchsförderung engagiert. Damit gelingt es ihr, Impulse für die lebendige und spielerische Aneignung zeitgenössischer Musik zu setzen und seit Jahrzehnten wesentliche Beiträge zur lebendigen Fortentwicklung unserer Musikkultur zu leisten.

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Haltestellen-Dreiklang und Reisen durch Raum und Zeit

Das Jahreskonzert der Komponistenklasse Dresden bot 80 kurzweilige Minuten.

Dresdner Neueste Nachrichten – W. Schwanebeck, 13.11.19

Komponierende Kinder? Um Himmels Willen! Sind das nicht diese kleinen Übe-Maschinen, die zu Weihnachten mit ihren epigonalen Klavierstücken rechtzeitig vor der Bescherung nochmal auf die Oma losgelassen werden? Auf die 9-bis16-jährigen Tonschöpfer der Komponistenklasse Dresden trifft das zum Glück nicht zu. Von ihrem musikalischen Witz und ihrer gedanklichen Reife konnte man sich bei dem in Kooperation mit dem Europäischen Zentrum der Künste Helleraum veranstalteten Uraufführungskonzert ein weit besseres Bild machen. Da gab es fantasievolle und gewitzt ersonnene Kompositionen aus der Feder junger Menschen, die sich ebenso schlaue wie drängende Gedanken zur Gegenwart machen.

In 80 kurzweiligen Konzertminuten warteten die Schülerinnen und Schüler der von Silke Fraikin geleiteten Klasse mit hintersinnigen Miniaturen auf, die den Großen Saal des Festspielhauses Hellerau elegant durchmaßen und mit szenischer Geschlossenheit verblüfften. So entpuppte sich Gawein Bicher mit „Vielleicht ein Einbrecher?“ und „Achtung Spukzeit!“ als Meister der pointierten Schauermär, während Julius Balsukat aus den Buchstaben seines Namens einen sarkastisch und unerbittlich geführten musikalischen Dialog entwickelte, der die Instrumentalisten auch schauspielerisch forderte.

Die Schüler der Komponistenklasse, die ihre Stücke im Unterricht und in Ferienkursen (u.a. bei Johannes Korndörfer und Bernd Schumann) entwickeln konnten, legen ihre Stücke stets vertrauensvoll in die fähigen Hände spielfreudiger Instrumentalisten, die vorurteilsfrei auf die Partituren blicken und dabei durchaus aus ihrer Komfortzone gelockt werden. Dies umso mehr, wenn die Komponisten das Ensemble jenseits der gewohnten Pfade führen, d.h. weg vom vertrauten Platz am Notenpult.

In den Mitgliedern des Klangkollektivs Opus Eins fanden die jungen Tonschöpfer bestens aufgelegte Mitspieler: DanielRothe (Klarinette), Philipp Zeller (Fagott), Florian Mayer (Violine) und Michael Poscharsky (Kontrabass) waren nicht nur musikalisch jederzeit Herren der Lage, sondern ließen sich auch bereitwillig in Szene setzen oder gar – wie in Karl Anton Zeißigs „Drum-Change“, einem fürs Ensemble arrangierten Schlagzeugstück – zu allerlei perkussiven Effekten animieren, die einen ganz eigenen, geschlossenen Klangkörper produzierten. Nicht minder enthusiastisch und souverän bewältigten Anna Palimina (Sopran), Marlen Bieber (Mezzosopran) und Cornelius Uhle (Bariton) die sängerischen Parts sowie zahlreiche Sprechpartien, gingen „Im Mondenschein“ von Katja Elisabeth Steude auf eine mitternächtliche Wolfspirsch, und holten in Helene Scharfes intelligent collagiertem Beitrag zur „Fridays for Future“- Debatte („We are unstoppable, another world is possible“) aktuelle Politik in Form eines generationenübergreifenden Zwiegesprächs in den Konzertsaal.

Dirigent Eckehard Stier sorgte nicht nur für elegante Übergänge zwischen den Stücken, sondern bewältigte auch musikalische Zusatzaufgaben und entlockte den jungen Komponisten in kurzen Werkstattgesprächen so manch aufschlussreiche Information über ihren Arbeitsprozess. Die meisten der in diesem Jahr vorgestellten Werke waren freilich dem ,Stadtklang‘ auf der Spur. Das Thema schlug sich u.a. in Form programmmusikalischer Klangprotokolle nieder, die dem Dresdner Ambiente abgelauscht waren, und – beispielsweise in Laura Fantanas „Klang-Spuren-Suche“ sowie Elias Kraußes „Meine Heimat?“ – Autohupen, Sirenen und den aus Dresdner Straßenbahnen bekannten Dreiklang der Haltestellendurchsage aufboten. Jonas Kerda lieferte eine Momentaufnahme amüsant beobachteter Ereignislosigkeit mit seinem „Mittwoch Mittag in Jessen“, wo es nach Aussage des Komponisten schon als Ereignis gilt, „wenn mal ein Auto vorbei fährt“.

Hannah Katterfeld ergänzte das räumliche Thema um eine temporale Dimension, indem sie in „Zeitsprünge“ einen von Cornelius Uhle gespielten Hofkomponisten Augusts des Starken in der iPhone-gesättigten Gegenwart stranden ließ. Auf Wanderschaft schickte auch Richard Zeißig in seinem „Marsch mit Tücken“ die Musiker, die am Ende erschöpft in die Stühle sinken durften.

Als „Grüßevonanderswo“, die adäquat auch in diversen blinden Flecken des Raums zu Gehör gebracht wurden, fungierten vier Stücke von Schülern der in Strasbourg tätigen Kompositionslehrerin Annette Schlünz, die der Komponistenklasse seit vielen Jahren verbunden ist. Auch diese von Mikajy Andriambeloson, Margriet Felpeto, Arthur Klein und Louis-Victor Wipf stammenden Werke überzeugten durch ihre abwechslungsreiche Klangsprache, die musikalische Vorbilder durchschimmern ließ, aber stets auf eigenen Füßen stand.

Zum großen Finale bot die Klasse eine Koproduktion von Elias Krauße, Tom Seidel und Tejas Siemes auf, die mit ihrer satirisch gerappten „Chronik des Politikers“ dem Orange-gesichtigen Anführer der westlichen Welt ein bitterböses Denkmal setzten, das dessen Präsidentschaft und Mauerpläne hoffentlich überdauern wird. Was Talent und Stilgefühl angeht, stecken die Schüler der Komponistenklasse den twitternden Wüterich aus Washington allemal in die Tasche.

Zu Gast bei den NeMuKids

Dresdner Neueste Nachrichten – M. Petri, 11.06.19

Unter dem Titel „Tiger, Pinguin, Burggespenst & Co“ ist am Sonntag, 10.30 Uhr im Opernhaus Chemnitz, ein ganz besonderes Familienkonzert mit starker Dresdner Beteiligung zu erleben. Dass Musik von Schülern der Komponistenklasse Dresden die Neue-Musik-Kids-Konzerte der Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz bereichert, ist bereits zur Tradition geworden. In diesem Jahr steuern die neun- bis 15-jährigen Dresdner sowohl kammermusikalisch besetzte Werke wie „Der Tiger“ von Jonas Kerda, „Zwei gute Freunde“ von Tom Seidel, „Lülü, das Burggespenst“ von Katja Steude und „Das Stück mit dem Joker“ von Anton Zeißig als auch die Orchesterkomposition „Am Lagerfeuer“ von Helene Scharfe bei. Uraufgeführt wird das auf Wunsch der Chemnitzer Musiker entstandene Stück „Pinguin-Aktion“ von Richard Zeißig. Unter der Leitung von Jakob Brenner erklingen außerdem die Uraufführung „Weg zu mir – Meditation für Orchester“ des ehemaligen Schülers der Komponistenklasse Dresden Jan Arvid Prée (geb. 1998) sowie Werke von Bernd Alois Zimmermann, Giorgos Kyriakakis (UA), Henry Berthold und Hans Helfritz.

Seit mehreren Jahren führen Musiker der Robert-Schumann-Philharmonie unter der Federführung der Geigerin Mechthild Winkler Kinder und Jugendliche in Chemnitz und Umgebung an zeitgenössische Musik heran. Mit den NeMuKids-Konzerten „touren“ sie in Kindergärten und Grundschulen. Ein wichtiger Bestandteil dieses Projekts ist die Zusammenarbeit mit der Komponistenklasse Dresden.

Karten 8 bis 23 Euro unter www.theater-chemnitz.de und an der Tageskasse

Dieses war ihr größter Streich

Neues von der Komponistenklasse Dresden

Dresdner Neueste Nachrichten – Wieland Schwanebeck, 13.11.18

Wenn versierte Musiker neuere und allerneueste Musik zum Klingen bringen, ihren Instrumenten ungeahnte Klangdimensionen ablauschen und sogar den Pantomimen in sich entfesseln, dann lädt wahrscheinlich die Komponistenklasse Dresden zum jährlichen Konzert. Dieses fand im Rahmen des Festivals „4:3 Kammer Musik Neu“ unter der Überschrift „Streichquartett PLUS“ im Festspielhaus Hellerau statt, und wie immer kamen die Zuhörer angesichts der Ideenvielfalt sowie der zur Schau gestellten Spielfreude nicht aus dem Staunen heraus. In diesem Jahr oblag es dem kanadischen Streichquartett Quatuor Bozzini – Clemens Merkel und Alissa Cheung an den Geigen, Stéphanie Bozzini an der Bratsche und Isabelle Bozzini am Cello –, sein Instrumentarium ,gegen den Strich‘ zu bürsten und Stücke aus der Feder von 8- bis 15-jährigen Schülern zur Uraufführung zu bringen, die nicht nur tradierte Formate aufgreifen und weiterdenken, sondern auch originelle Konzeptionen und etliche Erzählideen dokumentieren.

Jonas Kerdas Streichquartett verrät eine selbstbewusste Auseinandersetzung mit den eigenen klassischen Vorbildern, das „Verspätete Glockenspiel“ von Tejas Siemes dagegen mehr…

Streichquartett PLUS

Die Komponistenklasse Dresden lädt am Sonnabend zum Uraufführungskonzert ins Festspielhaus Hellerau ein

DNN – 7.11.18

Zwei Geigen, eine Bratsche und ein Cello, dazu Elemente wie Stimme, Mimik und Gestik bis hin zu szenischen Aktionen – unter dem Motto „Streichquartett PLUS“ sind am 10. November 21 Uraufführungen kurzer und kurzweiliger Stücke von Schülern der Komponistenklasse Dresden sowie von Gastschülern aus Dresdens Partnerstädten Hamburg und Straßburg zu erleben, darunter „Auf einer Waldlichtung“ von Ranon Baltrusch (8 Jahre), „Nacht an der Ostsee“ von Katja Steude (10 Jahre), „Das Gewitter“ von Tom Seidel (11 Jahre) oder „Draußen im Dunkeln“ von Hannah Katterfeld (13 Jahre). Die acht- bis 15-Jährigen haben ihre Stücke unter Anleitung der Dresdner Komponisten Silke Fraikin und Johannes Korndörfer sowie der Gastdozenten Annette Schlünz (Straßburg) und Bernd Schumann (Göttingen) den vier Musikern aus Montreal „auf den Leib“ geschrieben.

Das moderierte Familienkonzert findet im Rahmen des neuen Festivals „4:3 Kammer Musik Neu“ mehr…

14-Jährige aus Dresden nimmt an renommiertem Kompositionswettbewerb teil

DNN – 19./20.05.18

Die 14-jährige Dresdnerin Helene Scharfe hat sich für die Teilnahme an der „Orchesterwerkstatt junger Komponisten“ in Halberstadt qualifiziert, wie der Landesmusikrat Sachsen-Anhalt mitteilt. Das deutschlandweit einmalige Format erlebt vom 21. bis 24. Mai bereits seine 29. Auflage: Vier Tage lang arbeiten Nachwuchskomponisten mit erfahrenen Musikern an ihren Stücken. Die Werke werden dann vom Orchester des Nordharzer Städtebundtheaters uraufgeführt. Einige Talente erhalten dotierte Förderpreise oder sogar einen Kompositionsauftrag. Die insgesamt sechs Teilnehmer kommen in diesem Jahr aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Hamburg und Sachsen. Der jüngste Teilnehmer ist 11, der älteste 15 Jahre alt. Seit 2014 mehr…

Daniel Hope spielt Stück einer zwölfjährigen Dresdnerin

WELT Digital Zeitung – 10.5.18

Dresden/Essen (dpa/sn) – Stargeiger Daniel Hope spielt an diesem Sonntag in der Philharmonie Essen zwei Kompositionen von Kindern. Eine davon stammt von der 12 Jahre alten Hannah Katterfeld aus Dresden. Die Schülerin hatte mit ihrem «Gesang der Nachtigall» den Kompositionswettbewerb der Philharmonie in Essen gewonnen, wie die Komponistenklasse Dresden am Donnerstag mitteilte. Ein weiterer Preis ging an die zehnjährige Nelly Josten. Hope ist derzeit «Artist in Residence» und tritt dort am Sonntag mehr…

Kostbare Häppchen

Dresdner Neueste Nachrichten – Kathleen Goldammer, 12.9.17

Die Komponistenklasse gab ein Familienkonzert in Hellerau

Wie schreibe ich auf, was in mir klingt? Eine Herausforderung ohnegleichen. Die 14 Schüler der Komponistenklasse Dresden, alle zwischen 8 und 18 Jahre alt, haben sich dieser Aufgabe gestellt. Das traditionelle Familienkonzert im Festspielhaus Hellerau bot die Möglichkeit, einen Blick auf die vielfältigen Ideen zu werfen, die unter der Anleitung der Komponisten Silke Fraikin und Johannes Korndörfer diesen heranwachsenden, kreativen Köpfen entsprungen waren. Das eigens für diese Zusammenarbeit gegründete Ensemble Klangkollektiv Opus Eins, bestehend aus professionellen Musikern renommierter Spezialensembles und Orchester, nahm seine Aufgabe nicht nur sehr ernst, sondern mehr…

Fruchtbare Zusammenrottung

Dresdner Neueste Nachrichten – Wieland Schwanebeck, 4.1.17

Dresdner Künstler spielten ein Benefizkonzert für Syrien

Musik führt nicht nur die Menschen zusammen, sondern auch die Applaus-Kulturen, und diese können durch größere Gräben getrennt sein als Kulturräume und Nationen. Was den Klassik-Freund vom Jazz-Hörer oder vom Liedgut-Liebhaber trennt, merkt man erst so richtig, wenn ihr Klatsch-Ethos aufeinanderprallt: zwischen den einzelnen Titeln? Gar innerhalb eines Stücks? Oder erst, wenn der Taktstock fällt? Im gemeinsamen Applaus zu vereinen, was sonst aneinander vorbei klatscht, war nur einer der Erfolge des von der Dresdner Komponistin Silke Fraikin in der Dreikönigskirche organisierten großen Benefizkonzerts für die Syrien-Hilfe mehr…

Spiel mir das Lied von der Kaffeedosenharfe

Dresdner Neueste Nachrichten – Wieland Schwanebeck, 28.9.16

„Unerhörte Klänge“ beim Jahreskonzert der Komponistenklasse Dresden

Ach ja, die Neue Musik: In den großen Konzerthäusern immer noch eher in homöopathischen Dosen verabreicht, weil sich selbst hingebungsvolle Musikfreunde nur allzu selten gleich auf ein komplettes Konzertprogramm einlassen. Hätten die Herren der Zwölfton-Schöpfung zur Steigerung ihrer Beliebtheit beim Publikum vielleicht mal besser die „Schüttelfrau“, die „Kaffeedosenharfe“ und die „Strohhalmflöte“ erfunden, aber das haben nun an ihrer Stelle die 8- bis 16-jährigen Schüler der von Silke Fraikin geleiteten Komponistenklasse Dresden erledigen müssen. Diese trauten sich mehr…

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