23.6.22 Klavierabend des Landesgymnasiums beim Festival YOUNG STAGE in Hellerau

Donnerstag, 23.6.22, 19 Uhr HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste

„Das Wohlpräparierte Klavier“

Um Waldgeheimnisse, Schmetterlinge, Katzen oder einen Wüterich geht es in den Klavierstücken von Kindern und Jugendlichen, die mitten im ersten Corona-Lockdown im „Neuen Album für die Jugend“ erschienen sind. Eine Auswahl dieser kurzen Klavierszenen präsentieren junge Pianistinnen und Pianisten beim Festival Young Stage in Hellerau, darunter „Image“ von Romain Gachot-Neveu, „Winterpanorama“ von Vinzent Zschuppe, „Schmetterlings Tod“ von Johannes Conrad, „Pisici“ (Katzen) von Carl Fantana und „Sonnenuntergang“ aus „Safari“ von Helene Scharfe.
Zudem bringen sie im großen Saal des Festspielhauses Ergebnisse eines Klaviermeisterkurses mit Prof. Peter Eicher zu Gehör. Der moderierte Klavierabend ist geeignet für Schülergruppen und Familien (Dauer ca. 115 Minuten einschließlich einer Konzertpause).

Es musizieren Schülerinnen und Schüler der Klavierabteilung des Sächsischen Landesgymnasiums für Musik (11 bis 18 Jahre): Eva Ceralová, Valentin Simon, Ava Kasper, Vera Nikulina, Jonas Kerda, Sofiia Zakharova und Yufang Fan.

Künstlerische Leitung und Moderation: Prof. Aleksandra Mikulska

Klingende Präsentation des 2020 von der Komponistenklasse Dresden herausgegebenen Notenbands „Das Wohlpräparierte Klavier – Neues Album für die Jugend“ mit Klavierstücken von Kindern und Jugendlichen (edition gravis, eg 2652).

Eintrittskarten zu 11 (erm. 7) Euro im Hellerau Ticketshop und an der Abendkasse. Familientickets zu 25 Euro (für 2 Erwachsene und bis zu 3 Kinder) können über das Besucherzentrum Hellerau gebucht werden: ticket@hellerau.org, Tel. 0351 2646246. Gruppentickets ab 10 Personen für 8 Euro pro Person (ermäßigt 6 Euro pro Person). Schülergruppen ab 10 Personen (bis zu 18 Jahren) erhalten Tickets für 6 Euro pro Person sowie ein kostenloses Lehrer:innen-Ticket.

29.6.22 NeMu-Kids-Konzerte in Chemnitz

9:30 & 10:30 Konzertsaal der Städtischen Musikschule Chemnitz, Gerichtsstr. 1

Klangexperimente zum Hören und Mitmachen – Neue Musik für Kinder
In der Reihe „Neue Musik Kids“ führen Musiker der Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz Kompositionen von jungen und junggebliebenen Komponisten auf, so auch Werke von Schülern der Komponistenklasse Dresden.
Darunter sind dieses Jahr drei Uraufführungen zum Thema „Klimaschutz“:

Helene Scharfe „Requiem for Morteratsch“ für Flöte, Trompete, Tuba, Violine, Harfe, Klavier und Schlagzeug (UA)
Jonas Kerda „Nehmt Euch in acht“ für Klavier (UA)
Julius Balsukat „Schmelzender Gletscher“ für Flöte, Trompete, Tuba, Violine, Harfe, Schlagzeug und Zuspiel (UA)

Auf Wunsch der Neue-Musik-Kids-Konzerte komponierten Schüler der Komponistenklasse Dresden für das Konzertprogramm 2020 zum Thema Klimaschutz den Chemnitzer Musikern neue Musikstücke „auf den Leib“. Auf Anregung der Musiker spielten dabei der gefährdete Morteratsch-Gletscher und mit Kontaktmikrofonen aufgenommene Sounds des schmelzenden Gletschers eine Rolle. Nach coronabedingten Konzertabsagen und Terminverschiebungen freuen sich alle auf die nun endlich stattfindenden Uraufführungen (Leitung: Mechthild Reichel). Außerdem erklingen „Die große Schildkrötenfanfare vom Südchinesischen Meer“ von G. Ligeti, „Das Gras wie’s wächst“ von P. Hoch, „Herr der Winde“ von K. H. Stahmer und eine Gletscher-Improvisation.

Es musizieren Sarah Pascher (Flöte), Petra Ruzicka (Harfe), Mechthild Reichel (Violine), Thomas Irmen (Trompete), Dan Ratiu (Klavier), Edgar Schilling (Tuba) und Jens Gagelmann (Schlagzeug).
Eine Veranstaltung der Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz in Kooperation mit der Komponistenklasse Dresden.

18.-26.7.22 Sommerkurs der Komponistenklasse Dresden

Wir freuen uns, dass der diesjährige Sommerkurs endlich wieder im Rittergut Limbach stattfinden kann. Daran nehmen Schülerinnen und Schüler der Komponistenklasse Dresden und des Konservatoriums Strasbourg teil.

Kursdozenten: Silke Fraikin (Dresden), Johannes Korndörfer (Dresden), Annette Schlünz (Strasbourg), Bernd Schumann (Göttingen)
Pädagogische Begleitung: Sophia Schulz (Dresden)

Neben dem täglichen Kompositionsunterricht und dem gemeinsamen Musizieren, Singen und Improvisieren stehen auch Gehörbildung, Musikhören, „Ein Ritt durch die Musikgeschichte“ sowie eine Begegnung mit dem jungen Organisten Ivan Terekhanov aus Strasbourg auf dem Programm.

Der Kurs wird veranstaltet vom Verein Freunde und Förderer der Komponistenklasse Dresden e.V. und gefördert von der Landeshauptstadt Dresden – Amt für Kultur und Denkmalschutz sowie von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

Uraufführungskonzerte 2022

5. November 2022 16 Uhr Auferstehungskirche Dresden-Plauen

„Hast Du Töne? – Wir schon!“
Neue Musik von Kindern und Jugendlichen aus Dresden und Strasbourg
Uraufführung der Kompositionen für Orgel & Vokalensemble
Familienkonzert im Rahmen von Schütz22 anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Komponistenklasse Dresden in Kooperation mit Mitteldeutsche Barockmusik e.V.

Folgekonzerte:
6. November 2022 16 Uhr Schloßkirche Chemnitz
Gesprächskonzert im Rahmen der Reihe KLANGWERK – Neue Musik
in Kooperation mit Das Ufer e.V.
11. November 2022 Kirche St. Gertraud Magdeburg
Eine Veranstaltung des Musikalischen Kompetenzzentrums Magdeburg
19. November 2022 18 Uhr Salle d’orgue de la Cité de la musique et de la danse Strasbourg
in Kooperation mit dem Konservatorium Strasbourg

Mitwirkende:
Schülerinnen und Schüler der Komponistenklasse Dresden und des Konservatoriums Strasbourg. Kompositionsdozenten: Silke Fraikin, Johannes Korndörfer (Dresden) & Annette Schlünz (Strasbourg). AuditivVokal Dresden, Einstudierung/Leitung: Olaf Katzer, Orgel: Ivan Terekhanov (Strasbourg) – in Zusammenarbeit mit der Orgelklasse des Konservatoriums Strasbourg (Direktor: Prof. Vincent Dubois). Moderation: Clemens Kersten

Gefördert vom Amt für Kultur und Denkmalschutz der Landeshauptstadt Dresden und der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

25.9.21 Frauenkirche Dresden: PHOENIX

Gedichte des Friedenspoeten Antony Owen

Sonnabend, 25. September, 18 Uhr Frauenkirche Dresden
Uraufführung eines Chorwerks von Helene Scharfe

Der „Peace Poet“ Antony Owen, geboren und aufgewachsen in Coventry, las aus seinen Gedichten. Der Neue Chor Dresden (Leitung: Axel Langmann) sang u.a. die Uraufführung einer Owen-Vertonung von Helene Scharfe, Schülerin der Komponistenklasse Dresden.

Veranstalter: Stiftung Frauenkirche Dresden im Rahmen der Vortragsreihe „Dresdner Partnerstädte“

24.9.21 Nacht der Künste

Werke der Komponistenklasse Dresden erklangen im Japanischen Palais

Freitag, 24. September 2021, ab 20 Uhr
Japanisches Palais, Palaisplatz 11, 01097 Dresden
„Auftrag Natur“ – Lange Nacht der Künste

Musik, Tanz, Performance, Lesungen, Videoprojektionen im Innenhof des Japanischen Palais und in der Ausstellung der Kinderbiennale.

Zu dem von Annette Schlünz mit kuratierten Programm gehörte eine Auswahl kurzer Stücke von Schülerinnen und Schülern der Komponistenklasse Dresden und des Konservatoriums Strasbourg aus dem Kooperationsprojekt „Voyage à Dresden“ 2020, gespielt von Kana Takenouchi (Flöte), Georg Wettin (Klarinette), Susanne Stock (Akkordeon) und Hans-Ludwig Raatz (Violoncello):

Laura Fantana ,,Gedankenreise“, Johannes Mehler ,,Frühlingsmusik“, Katja Steude ,,Gefährliche Schatten“, Silas Geiert ,,Safari“, Lazare Minoumi ,,La Forêt enchantée“ (Zauberwald), Simeon Andlauer ,, La mer s‘agite“ (Das Meer ist aufgewühlt) und ,,Petite gamme“ (Kleine Tonleiter), Eve Georges „Poisson“ (Fisch), Hector Aeschbacher „Histoire d’un voyage en train“ (Geschichte einer Zugreise).

Außerdem erklangen die im Sommer 2021 entstandenen „Fanfaren“ von Gawein Bicher, Hannah Katterfeld, Cedric Haß, Romain Gachot.

Veranstalter: Sächsische Akademie der Künste in Kooperation mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Sommerkurs 2021 / Vorschau Konzerte November 2021

26.7.-3.8.21 Sommerkurs der Komponistenklasse Dresden

Gemeinsam komponieren, musizieren, improvisieren – nach einer monatelangen Online-Phase freuten sich die Schülerinnen und Schüler der Komponistenklasse Dresden, ihren Sommerkurs endlich wieder als Präsenzveranstaltung erleben zu können. Vom 26. Juli bis 3. August waren die neun- bis 18-jährigen Musik-Erfinder mit den Komponisten Silke Fraikin, Johannes Korndörfer, Annette Schlünz und Bernd Schumann in der Rothermundt-Villa des Sächsischen Landesgymnasiums für Musik Dresden auf der Mendelssohnallee 34 zu Gast. Neben dem täglichen Kompositionsunterricht standen auch ein Workshop zum Instrument des Jahres – „Wie baut man eine Orgel?“ – sowie Elektronische Musik, Chorsingen, ein „Ritt durch die Musikgeschichte“ und ein Ausflug in die Gemäldegalerie auf dem Programm. Beim gemeinsamen Improvisieren mit Sprache, Klängen und Bewegung ließen sich die Kursteilnehmer von Texten der Autorin Ulrike Draesner inspirieren.

Die jungen Komponisten haben im Kurs ihre Partituren für das Uraufführungskonzert im November fertiggestellt. Das Klangkollektiv Opus Eins unter der Leitung von Milko Kersten wird die frisch entstandenen Werke für Oboe, Horn, Schlagwerk, Viola, Kontrabass und Zuspielband aus der Taufe heben:

ZEITREISE „Komponistenklasse – plugged in“
Neue Musik für Live-Instrumente und Zuspiel

Sonnabend, 6.11.21 16 Uhr Festspielhaus Hellerau
in Kooperation mit HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden
Karten bei den Dresdner Schulkonzerten, in HELLERAU und an den Reservix-Kassen

Sonntag, 7.11.21 11 Uhr Konzertsaal der Städtischen Musikschule Chemnitz
in Kooperation mit Das Ufer e.V.
im Rahmen der Reihe „KLANGWERK – Neue Musik“

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1.-12.7.20 Workshop mit collective lovemusic

Der ursprünglich für Mitte Mai geplante Frühjahrsworkshop der Komponistenklasse Dresden mit dem Ensemble collective lovemusic (Strasbourg) fand aufgrund der Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie vom 1. bis 12. Juli in einem neuen Format statt. In Video-Meetings, mittels Audio- und Video-Aufnahmen und in Webinaren arbeiteten Emiliano Gavito (Flöte), Adam Starkie (Klarinette), Christian Lozano (Gitarre), Vincent Lhermet (Akkordeon) und Lola Malique (Violoncello) mit den jungen Komponierenden aus Dresden und Strasbourg an ihren Stücken für das Projekt „Voyage a Strasbourg“, das im Herbst im Konservatorium Strasbourg anlässlich „30 Jahre Städtepartner Dresden – Strasbourg“ präsentiert wird. Die Jungkomponisten erlebten die ersten Seiten ihrer im Entstehen befindlichen Kompositionen in klanglicher Umsetzung durch die französischen Musiker und erhielten ein professionelles Feedback zu Themen wie Notation, Spieltechnik, Instrumentierung, Dynamik, Artikulation, um an ihren Stücken weiterzuarbeiten und die Partituren in Vorbereitung der für November geplanten Uraufführungen fertigzustellen.

Der vom Verein Freunde und Förderer der Komponistenklasse Dresden e.V. veranstaltete Workshop wurde gefördert von der Landeshauptstadt Dresden – Amt für Kultur und Denkmalschutz und von der Landesdirektion Sachsen. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

Haltestellen-Dreiklang und Reisen durch Raum und Zeit

Das Jahreskonzert der Komponistenklasse Dresden bot 80 kurzweilige Minuten.

Dresdner Neueste Nachrichten – W. Schwanebeck, 13.11.19

Komponierende Kinder? Um Himmels Willen! Sind das nicht diese kleinen Übe-Maschinen, die zu Weihnachten mit ihren epigonalen Klavierstücken rechtzeitig vor der Bescherung nochmal auf die Oma losgelassen werden? Auf die 9-bis16-jährigen Tonschöpfer der Komponistenklasse Dresden trifft das zum Glück nicht zu. Von ihrem musikalischen Witz und ihrer gedanklichen Reife konnte man sich bei dem in Kooperation mit dem Europäischen Zentrum der Künste Helleraum veranstalteten Uraufführungskonzert ein weit besseres Bild machen. Da gab es fantasievolle und gewitzt ersonnene Kompositionen aus der Feder junger Menschen, die sich ebenso schlaue wie drängende Gedanken zur Gegenwart machen.

In 80 kurzweiligen Konzertminuten warteten die Schülerinnen und Schüler der von Silke Fraikin geleiteten Klasse mit hintersinnigen Miniaturen auf, die den Großen Saal des Festspielhauses Hellerau elegant durchmaßen und mit szenischer Geschlossenheit verblüfften. So entpuppte sich Gawein Bicher mit „Vielleicht ein Einbrecher?“ und „Achtung Spukzeit!“ als Meister der pointierten Schauermär, während Julius Balsukat aus den Buchstaben seines Namens einen sarkastisch und unerbittlich geführten musikalischen Dialog entwickelte, der die Instrumentalisten auch schauspielerisch forderte.

Die Schüler der Komponistenklasse, die ihre Stücke im Unterricht und in Ferienkursen (u.a. bei Johannes Korndörfer und Bernd Schumann) entwickeln konnten, legen ihre Stücke stets vertrauensvoll in die fähigen Hände spielfreudiger Instrumentalisten, die vorurteilsfrei auf die Partituren blicken und dabei durchaus aus ihrer Komfortzone gelockt werden. Dies umso mehr, wenn die Komponisten das Ensemble jenseits der gewohnten Pfade führen, d.h. weg vom vertrauten Platz am Notenpult.

In den Mitgliedern des Klangkollektivs Opus Eins fanden die jungen Tonschöpfer bestens aufgelegte Mitspieler: DanielRothe (Klarinette), Philipp Zeller (Fagott), Florian Mayer (Violine) und Michael Poscharsky (Kontrabass) waren nicht nur musikalisch jederzeit Herren der Lage, sondern ließen sich auch bereitwillig in Szene setzen oder gar – wie in Karl Anton Zeißigs „Drum-Change“, einem fürs Ensemble arrangierten Schlagzeugstück – zu allerlei perkussiven Effekten animieren, die einen ganz eigenen, geschlossenen Klangkörper produzierten. Nicht minder enthusiastisch und souverän bewältigten Anna Palimina (Sopran), Marlen Bieber (Mezzosopran) und Cornelius Uhle (Bariton) die sängerischen Parts sowie zahlreiche Sprechpartien, gingen „Im Mondenschein“ von Katja Elisabeth Steude auf eine mitternächtliche Wolfspirsch, und holten in Helene Scharfes intelligent collagiertem Beitrag zur „Fridays for Future“- Debatte („We are unstoppable, another world is possible“) aktuelle Politik in Form eines generationenübergreifenden Zwiegesprächs in den Konzertsaal.

Dirigent Eckehard Stier sorgte nicht nur für elegante Übergänge zwischen den Stücken, sondern bewältigte auch musikalische Zusatzaufgaben und entlockte den jungen Komponisten in kurzen Werkstattgesprächen so manch aufschlussreiche Information über ihren Arbeitsprozess. Die meisten der in diesem Jahr vorgestellten Werke waren freilich dem ,Stadtklang‘ auf der Spur. Das Thema schlug sich u.a. in Form programmmusikalischer Klangprotokolle nieder, die dem Dresdner Ambiente abgelauscht waren, und – beispielsweise in Laura Fantanas „Klang-Spuren-Suche“ sowie Elias Kraußes „Meine Heimat?“ – Autohupen, Sirenen und den aus Dresdner Straßenbahnen bekannten Dreiklang der Haltestellendurchsage aufboten. Jonas Kerda lieferte eine Momentaufnahme amüsant beobachteter Ereignislosigkeit mit seinem „Mittwoch Mittag in Jessen“, wo es nach Aussage des Komponisten schon als Ereignis gilt, „wenn mal ein Auto vorbei fährt“.

Hannah Katterfeld ergänzte das räumliche Thema um eine temporale Dimension, indem sie in „Zeitsprünge“ einen von Cornelius Uhle gespielten Hofkomponisten Augusts des Starken in der iPhone-gesättigten Gegenwart stranden ließ. Auf Wanderschaft schickte auch Richard Zeißig in seinem „Marsch mit Tücken“ die Musiker, die am Ende erschöpft in die Stühle sinken durften.

Als „Grüßevonanderswo“, die adäquat auch in diversen blinden Flecken des Raums zu Gehör gebracht wurden, fungierten vier Stücke von Schülern der in Strasbourg tätigen Kompositionslehrerin Annette Schlünz, die der Komponistenklasse seit vielen Jahren verbunden ist. Auch diese von Mikajy Andriambeloson, Margriet Felpeto, Arthur Klein und Louis-Victor Wipf stammenden Werke überzeugten durch ihre abwechslungsreiche Klangsprache, die musikalische Vorbilder durchschimmern ließ, aber stets auf eigenen Füßen stand.

Zum großen Finale bot die Klasse eine Koproduktion von Elias Krauße, Tom Seidel und Tejas Siemes auf, die mit ihrer satirisch gerappten „Chronik des Politikers“ dem Orange-gesichtigen Anführer der westlichen Welt ein bitterböses Denkmal setzten, das dessen Präsidentschaft und Mauerpläne hoffentlich überdauern wird. Was Talent und Stilgefühl angeht, stecken die Schüler der Komponistenklasse den twitternden Wüterich aus Washington allemal in die Tasche.

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