Augen zu – Ohren auf!
Im Festspielhaus Hellerau präsentierte die Komponistenklasse Dresden ihr alljährliches Uraufführungskonzert.
Dresdner Neueste Nachrichten – Wieland Schwanebeck, 11.11.25
Der zweite Konzertteil beginnt mit einem schönen Paradoxon: Einmal die Augenschließen, damit alle Sinne zum Zug kommen. Diese Einladung spricht das Ensemble collective lovemusic aus, bevor „Jäger der Legenden“ zu Gehör gebracht wird, ein Stück der jungen Dresdner Komponistin Fanny Weber. Gespielt wird es von den vier im Raum verteilten Musikern, inspiriert ist das Stück von Gaming- und Gruselfilm-Elementen. Und mit geschlossenen Augen werden die Zuhörer erst von Flöte, Klarinette, Geige und Cello in Bann gesetzt, und schließlich mit Surround-Klängen überrascht. Es ist eine von vielen anregenden Fantasiereisen, die dieser Nachmittag zu bieten hat.
Fanny Weber ist Schülerin der von Silke Fraikin geleiteten Komponistenklasse Dresden, die am Sonntag zum jährlichen Uraufführungskonzert im Festspielhaus Hellerau lud und einmal mehr mit dem überbordenden Ideenreichtum junger Komponisten im Alter von zehn bis 21 Jahren zu begeistern wusste.
Standen in den Konzerten der letzten Jahre unter anderem erzählende Miniaturen, inspiriert vom Schulalltag und Tierreich im Vordergrund, erwies sich im diesjährigen, mit „Kobolde im Rattertakt“ betitelten Konzertprogramm, dass die meisten der jungen Komponisten bereits im Teenageralter sind. Das Abstraktionsniveau war hoch, die Bandbreite der musikalischen Ausdrucksmittel enorm.
Auf Zugfahrt gingen mit ihren Stücken Elias Krauße („Rattertakt“) sowie Levin Konrad Schleif („Auf dem Bahnhof“), der das Getrippel der Fahrgäste per Pizzicato und den ratternden Rollkoffer mit dem charakteristischen Klang des Guiro hörbar macht. Imposante Spannungsbögen bauten Willy Weber und Danny Schäfer mit ihren elegischen Kompositionen – Weber mit einem klassisch gesetzten Walzer („Valsagitado“), Schäfer mit seinem Trio für Klarinette, Geige und Cello. Richard Plate, der in Berlin Komposition studiert, experimentierte in seinen stimmigen „Konstellationen von…“ mit Harmoniefolgen, während Lewin Ferdinand Juri Gödan elegante Variationen über ein Thema baute und dabei den Blasinstrumenten auch perkussive Effekte entlockte.
Das sind die Mozarts von heute
Freie Presse Chemnitz – Jana Peters, 7.10.24
Gleich 16 Uraufführungen hat das Publikum im Saal der städtischen Musikschule erlebt. Die fantasievollen Stücke wurden von Kindern erdacht und aufgeschrieben – für den Waldteufel, die Hauskatze und selbst erfundene Instrumente.
Chemnitz – Es klingt herrschaftlich und etwas orientalisch. Das Stück könnte, wenn es nach Akkordeonistin Susanne Stock ginge, „In Caesars Reich“ heißen. Geht es aber nicht. Das Stück heißt „Partytour“ und stammt von Manuel Timme. Er ist Jahrgang 2014 und […] Schüler der Komponistenklasse Dresden. […] Einmal im Jahr werden die Kompositionen als Konzert gespielt.
Der berühmteste Kinder-Komponist dürfte Mozart sein. Er soll schon im Alter von fünf Jahren Musik geschrieben haben. Aber der Vergleich ist gar nicht nötig. Schon einige Schüler der Komponistenklasse studierten danach tatsächlich Komposition, wie die aktuelle Leiterin Silke Fraikin. […]
In Workshops waren den Kindern Klarinette, Akkordeon und Schlagwerk vorgestellt worden. Sie sollten für einzelne Instrumente oder alle zusammen komponieren. Der Dresdner Elias Krauße entschied sich für alle Instrumente, denn er wollte etwas zu seinem Hauskater Sergeant schreiben. „Er macht immer so viel Krach, da konnte ich gut alle drei Instrumente nehmen“, sagt der 18-Jährige. Krach und Jagd nach Mäusen lassen sich aus seinem Stück heraushören, vor allem wenn die Akkordeonistin mit den Fingern über alle Tasten rauscht und mit der flachen Hand darauf haut.
Das titelgebende Stück für das Konzert („Tim Tam Tom“) hat Cedric Emilian Noah Haß komponiert. Es ist für Schlagwerk geschrieben und Perkussionistin Anke Storch hat alle Hände voll zu tun. Auch, weil dem Jungen aus Klipphausen, Jahrgang 2011, die vorhandenen Instrumente nicht ausreichten. Er überspannte Schraubgläser mit Fetzen von Luftballons. Zupft man über den Luftballongummi, entsteht ein trockener Klang. […]
Gleich eine ganze Geschichte hat Linda Elisabeth Korndörfer vertont. Sie besucht die fünfte Klasse des Landesmusikgymnasiums in Dresden und spielt Cello. Ihre Komposition heißt „Wie der Waldteufel den Baum hochklettert“ und ist ein Solostück für Percussion. Den Waldteufel stellt sie sich als „kleinkindgroßes Biest mit zwei Hörnern und langem Schwanz“ vor. Er klettert einen Baum hoch, hört dem Specht zu, tanzt oben mit dem Waldgeist und fällt danach vom Baum. […]
Viele Sterne im Advent
Im Konzert der Dresdner Singakademie gab es gleich drei Uraufführungen
Dresdner Neueste Nachrichten – Wolfram Quellmalz, 5.12.23
Zum „Adventsstern“ der Dresdner Singakademie zählt immer ein Auftragswerk. Am Sonntag gab es in der Annenkirche unter dem Titel „An die Sterne“ gleich drei, denn neben einer vom Chorleiter eingerichteten Transkription wurden auch zwei Arbeiten aus der Komponistenklasse Dresden erstmalig aufgeführt. Jonas Kerda (Sächsisches Landesgymnasium für Musik) und Ben Weikelt (Hans-Erlwein-Gymnasium) gehören zu jenen acht- bis 19jährigen „Musikerfindern“, die in der Klasse ein Podium finden. Sie widmen sich unter Anleitung, mit viel Freiheit, im gegenseitigen Austausch und sicher auch mit Freude der Umsetzung von Ideen in der Musik.
Jonas Kerda extrahierte aus Gedichten von Ulrike Schuster, die den Glauben an den Stern, der Wünsche erfüllt, einen Text „Sternenbröckeln“, um auf den Glauben bzw. Fragen danach zu fokussieren. Mit Orgeleinleitung und dunklen Streichern spannte er einen musikalischen Nachthimmel auf, übertrug dem Chor Betonungen, Wendungen, die einen Gegensatz zum Beispiel im hervorgehoben „Damals“ festsetzten. Erde konstruierte den (Sternen)glauben nicht, ließ das Ende offen.
Ben Weikelt wies mit seiner Textauswahl („Missing Sunshine“ von Marlene Böde) daraufhin, dass neben den Sternen am Nachthimmel die Sonne der für uns wohl wesentlichste Stern ist, unverzichtbar für Leben. Die im Text verankerte Selbstbefragung, die sich Bewundern, Tanzen und schließlich Dunkelheit und Sonne zuwendet, hat er minimalistische Wellenmotive zugeordnet, Betonungen ins Orchester übertragen(Violoncello, Kontrabass) und für die Schlusszeilen einen lichten Akkord, in dem sich die Stimmen von Chor, Orchester und Orgel mischen, geschaffen.
mehr…Der Elefant steckt in der Posaune
Neue Werke der Komponistenklasse Dresden erklangen in Hellerau.
Dresdner Neueste Nachrichten – W. Schwanebeck, 13.11.23
Nein, danke, die Violine hat erstmal genug und quittiert den Dienst. Wie jetzt? Mitten im Konzert? Dirigent Milko Kersten horcht in den Saal hinein – könnte vielleicht jemand einspringen? Dass sich tatsächlich eine versierte Bratscherin in der dritten Reihe findet, die Manuel Timmes Stück „Der Teufelsgeiger“ souverän zu Ende bringt, ist natürlich kein Zufall, sondern vom findigen Komponisten exakt so vorgesehen und vom Ensemble, dem aus drei Bläsern und drei Streichern bestehenden Klangkollektiv Opus Eins, famos in die Tat umgesetzt. Solche szenischen Kabinettstückchen gehören dazu, wenn die Komponistenklasse Dresden zu ihrem in Kooperation mit dem Europäisches Zentrum der Künste Hellerau veranstalteten Jahreskonzert lädt.
19 kleine Stücke erlebten am Samstag im Festspielhaus Hellerau ihre Uraufführung im Rahmen eines von Dirigent Kersten geistreich moderierten Familienkonzerts, bei dem die jungen Komponisten zwischendurch in kleinen Werkstattgesprächen über ihre Inspiration und ihre Methoden Auskunft gaben. Einigen genügt eine kleine Anregung aus ihrem täglichen Erleben, um Unscheinbares in kleine musikalische Geschichten zu verwandeln. So bezwingt Fanny Weber unser aller morgendlichen Störenfried, den „Wecker“, in einem pointierten Quintett, während ihr Bruder Willy ein „Gespräch“ zwischen Klarinette und Posaune eskalieren lässt (und dem Dirigenten noch das Versprechen zur versöhnenden Fortsetzung gibt).
mehr…Preis für jungen Komponisten
„Apotheosis“ von Ben Weikelt
Dresdner Neueste Nachrichten – M. Petri, 30.5.23
Beim Abschlusskonzert der 34. Orchesterwerkstatt junger Komponisten in Halberstadt 2023 hat der Dresdner Ben Weikelt für sein Orchesterstück „Apotheosis“ aus den Händen von Thomas Rimpler, Stellv. Oberbürgermeister, den Andreas-Werckmeister-Preis der Stadt Halberstadt erhalten. Der 17 Jahre alte Ben ist Schüler der Komponistenklasse Dresden bei Johannes Korndörfer und hat zum ersten Mal an diesem Kompositionswettbewerb teilgenommen.
„Die Orchesterwerkstatt bot mir die Möglichkeit, mich aus meinem gewohnten musikalischen Metier hinauszubegeben und die Gedanken und Herangehensweisen der anderen Teilnehmer kennenzulernen. Durch die Arbeit mit den Orchestermusikern und dem Zusammenspiel von Kritik, Verbesserungsvorschlägen und Lösungsansätzen, konnte letztendlich eine aufführungsreife Fassung entstehen“ – sagt der jugendliche Preisträger, der ein ursprünglich als Klavierstück für eine Schulveranstaltung entstandenes Werk für Orchester bearbeitete und bei dem traditionsreichen Wettbewerb einreichte.
mehr…Vierzig Jahre und kein bisschen leise
Jubiläumskonzert der Komponistenklasse
Dresdner Neueste Nachrichten – W. Schwanebeck, 7.11.22
Die von Silke Fraikin geleitete Komponistenklasse ist bekannt dafür, mit jedem ihrer Konzerte neue Wege zu gehen. Das am Samstag in der Auferstehungskirche Dresden-Plauen präsentierte Programm zum 40. Jubiläum fügt sich da nahtlos ein, denn was das Ensemble AuditivVokal Dresden gemeinsam mit dem brillanten Organisten Ivan Terekhanov zu Gehör brachte, begeisterte mit reichlich Witz und Einfallsreichtum.
Zum Auftakt karikiert Silas Geiert in seinem szenischen „… ääh … ein Lied“ die Probensituation. Nicht nur, dass sich Dirigent Olaf Katzer mit Verve auf die ihm dabei zugewiesene Rolle des launischen Despoten stürzt, wirkt sehr sympathisch, auch seine souveräne Koordination der Stücke an beiden Enden des Sakralraums belegt, dass er und seine Sänger die Ideen der jungen Künstler ernstnehmen.
Das tut auch Moderator Clemens Kersten, der den Komponisten zwischen den Stücken in zum Teil amüsant maulfaulen Gesprächen Einblicke in ihren Schaffensprozess entlockt. Zeit kann er sich dafür nehmen, sind viele der Stücke doch pointierte Miniaturen. Das gilt für Manuel Timmes „Unaufhaltsame Hasenpfote“ ebenso wie für das Tiger-Schlaflied von Cedric Haß. Komplexer und konzeptionell ausgefeilter sind die Stücke der
Machen Sie mal Ihr Handy lauter!
Mit der Komponistenklasse Dresden ging es auf „Zeitreise“.
Dresdner Neueste Nachrichten – W. Schwanebeck, 8.11.21
Komponist müsste man sein – man hätte vielleicht nach Monaten des Lockdowns statt missratenen Backexperimenten mehr vorzuzeigen gehabt. Die Schüler der von Silke Fraikin geleiteten Komponistenklasse Dresden waren fleißiger, wie ihr am Sonnabend präsentiertes Uraufführungskonzert (veranstaltet in Kooperation mit Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste) belegte. Aus den „elektrifizierenden“ Erfahrungen mehrerer Workshops entstanden Musikstücke, die unter dem Titel „Zeit-reise – Komponistenklasse plugged in“ im Festspielhaus Hellerauerklangen.
Der Titel ist durchaus doppeldeutig. Einerseits entsteht der Zeitreiseeffekt durch den Kontrast zwischen traditionellem Instrumentarium und elektronischen Zuspielelementen, andererseits wirkte auch der Konzert-rahmen beinah aus der Zeit gefallen. Für den ein oder anderen jüngeren Besucher mag der bis auf den letzten (verfügbaren) Platz besetzte Saal wie der Blick ins Geschichtsbuch gewirkt haben: Schau an, früher wurden Konzerte also mal vor Publikum gespielt, so-so …
Ideenreichtum, den die 14 jungen Komponisten an den Tag legten, unterstrich jedenfalls, dass diese Stücke ein großes Publikum und ein Live-Konzert verdienen. Wie es bei der Komponistenklasse Tradition hat, lag die Ausführung in den fähigen Händen versierter Instrumentalisten, in diesem Jahr beim Klangkollektiv Opus Eins mit Arnfried Falk(Oboe), Harald Heim (Horn), Johannes Kilian (Schlagwerk), Caroline Kersten (Bratsche), Luca Marei Kühne (Kontrabass) und Ole Jana (Klangregie). In kurzen Werkstattgesprächen entlockte Dirigent Milko Kersten den jungen Komponisten zudem pointierte Einblicke in ihr Vorgehen.
Zeitmaschine aus Geräuschen und Klangschichten
Während manche einfach „drauf los“ schreiben (wie Cosima Dorothea Clauß bei ihrem Oboen-Solo oder Yufang Fan bei ihrem filigranen Nachtstück), gehen andere von Strukturprinzipien aus. Jonas Kerda zaubert ein stimmiges „Trio für 4 Instrumente“ (!) auf die Bühne, Johannes Mehler nutzt für seine pfiffige „Echomusik“ den Konzertraum auch szenisch, um den Widerhall zu erproben, während Elias Krauße aus Geräuschen und Klangschichten eine Zeitmaschine baut, um der Pandemie zu entfliehen. Julius Tadeus Balsukat schließlich bastelt in seinem „Zahlenstück“ 12 geistreiche Miniaturen rund um die Welt der Ziffern.
Die schiere Vielfalt, die aus diesen Handschriften spricht, verrät auch, dass die Lehrer der Klasse (Silke Fraikin und Johannes Korndörfer) ihren Schülern keine Bauanleitungen aufdrängen, sondern viel zulassen und die Schülerideen behutsam begleiten. In vielen Fällen geht es darum, Geschichten musikalisch umzusetzen, etwa das von Cedric Haß vertonte Spiel seiner „Katzenbabys“ oder einen Dialog zwischen „Kuckuck und Specht“. Lässt Dirigent Kersten bei letzterem selbst den Astknacken, um etwas Wald ins Festspielhaus zu zaubern, greifen andere auf eingespielte Klangschnipsel und Toncollagen zurück.
Gawein Albrecht Bicher, mit dessen „Tonband-Ouvertüre“ der verdunkelte Saal zu Beginn in Stimmung kommt, lädt das Publikum in „Nächster Halt: Straßenbahn“ auf eine Reise mit viel Lokalkolorit ein; auch Tom Seidels „Postkutsche“ und Hannah Katterfelds Stück „Wenn Musiker auf ’nem Wagen sitzen“ überzeugen mit melodiösen Panoramablicken, wenn sie die Instrumentalisten auf Kutschfahrt durch die Region schicken. Silas Geiert löste dagegen mit den ersten zwei Teilen einer ge-planten musikalischen Schiffsreise von Hamburg nach New York eine überregionale Fahrkarte.
Störgeräusche des Konzertbetriebs integriert
Dass sich auch traditionelle Formate mit Leben füllen lassen, zeigteLeonore Bicher mit ihrer „Kammermusik I“ (eigens fürs Konzert uminstrumentiert) und Lilly-Marlen Bauer mit ihren einfallsreichen Variationen über „Die Vogelhochzeit“. Ben Weikelt machte schließlich zur großen Freude des Publikums da weiter, wo Loriot einst mit seiner Husten-symphonie aufgehört hat, die alle Störgeräusche des Konzertbetriebs in Griegs „Ases Tod“ integrierte. Bei seinem „Orchester der Klingeltöne“ lässt Weikelt einen herrlich schwermütigen Satz mehrfach von klingelnden Handys unterbrechen, in deren sture Repetitionen das Ensembleschließlich als Begleitband einfällt.
Wer das Konzert noch einmal nacherleben oder sich gegebenenfalls an der richtigen Stelle selbst mit dem Handy ins Ensemble einreihen möchte, hat dazu am kommenden Wochenende Gelegenheit, wenn das Programm noch einmal auf der Hellerauer Webseite gestreamt wird.
Stream 13.11., 16 Uhr, im Internet unter hellerau.org/zeitreise-online
Mehr Informationen: komponistenklasse.de
Ehrung für Silke Fraikin, Ekkehard Saretz und David Timm
„Musik in Sachsen“ – 07.09.2020
Der Sächsische Musikrat hat am Sonntag zum 10. Mal die Johann Walter Plakette vergeben.
Mit Silke Fraikin (Dresden), Ekkehard Saretz (Torgau) und David Timm (Leipzig) wurden am 6. September in der Torgauer Stadtkirche drei Persönlichkeiten geehrt, die auf sehr unterschiedliche Weise die Musikkultur in Sachsen befördert haben. Der Präsident des Sächsischen Musikrates, Prof. Milko Kersten übergab die Plaketten in Anwesenheit der Sächsischen Staatsministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch. Annette Schlünz, Landeskirchenmusikdirektor Dietrich Ehrenwerth und Prof. Dr. Christoph Krummacher übernahmen die Laudationen.
Silke Fraikin wurde für ihr künstlerisches Wirken als Kompositionspädagogin und die damit verbundenen Verdienste um die zeitgenössische Musik und deren Vermittlung die Johann Walter Plakette des Sächsischen Musikrates verliehen. Mit Silke Fraikin besitzt das Musikleben eine hoch angesehene Persönlichkeit, die als Komponistin und Kulturmanagerin tätig ist und sich aus dieser Erfahrung heraus in besonderem Maße kompetent für die musikalische Nachwuchsförderung engagiert. Damit gelingt es ihr, Impulse für die lebendige und spielerische Aneignung zeitgenössischer Musik zu setzen und seit Jahrzehnten wesentliche Beiträge zur lebendigen Fortentwicklung unserer Musikkultur zu leisten.
Haltestellen-Dreiklang und Reisen durch Raum und Zeit
Das Jahreskonzert der Komponistenklasse Dresden bot 80 kurzweilige Minuten.
Dresdner Neueste Nachrichten – W. Schwanebeck, 13.11.19
Komponierende Kinder? Um Himmels Willen! Sind das nicht diese kleinen Übe-Maschinen, die zu Weihnachten mit ihren epigonalen Klavierstücken rechtzeitig vor der Bescherung nochmal auf die Oma losgelassen werden? Auf die 9-bis16-jährigen Tonschöpfer der Komponistenklasse Dresden trifft das zum Glück nicht zu. Von ihrem musikalischen Witz und ihrer gedanklichen Reife konnte man sich bei dem in Kooperation mit dem Europäischen Zentrum der Künste Helleraum veranstalteten Uraufführungskonzert ein weit besseres Bild machen. Da gab es fantasievolle und gewitzt ersonnene Kompositionen aus der Feder junger Menschen, die sich ebenso schlaue wie drängende Gedanken zur Gegenwart machen.
In 80 kurzweiligen Konzertminuten warteten die Schülerinnen und Schüler der von Silke Fraikin geleiteten Klasse mit hintersinnigen Miniaturen auf, die den Großen Saal des Festspielhauses Hellerau elegant durchmaßen und mit szenischer Geschlossenheit verblüfften. So entpuppte sich Gawein Bicher mit „Vielleicht ein Einbrecher?“ und „Achtung Spukzeit!“ als Meister der pointierten Schauermär, während Julius Balsukat aus den Buchstaben seines Namens einen sarkastisch und unerbittlich geführten musikalischen Dialog entwickelte, der die Instrumentalisten auch schauspielerisch forderte.
Die Schüler der Komponistenklasse, die ihre Stücke im Unterricht und in Ferienkursen (u.a. bei Johannes Korndörfer und Bernd Schumann) entwickeln konnten, legen ihre Stücke stets vertrauensvoll in die fähigen Hände spielfreudiger Instrumentalisten, die vorurteilsfrei auf die Partituren blicken und dabei durchaus aus ihrer Komfortzone gelockt werden.
mehr…Zu Gast bei den NeMuKids
Dresdner Neueste Nachrichten – M. Petri, 11.06.19
Unter dem Titel „Tiger, Pinguin, Burggespenst & Co“ ist am Sonntag, 10.30 Uhr im Opernhaus Chemnitz, ein ganz besonderes Familienkonzert mit starker Dresdner Beteiligung zu erleben. Dass Musik von Schülern der Komponistenklasse Dresden die Neue-Musik-Kids-Konzerte der Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz bereichert, ist bereits zur Tradition geworden. In diesem Jahr steuern die neun- bis 15-jährigen Dresdner sowohl kammermusikalisch besetzte Werke wie „Der Tiger“ von Jonas Kerda, „Zwei gute Freunde“ von Tom Seidel, „Lülü, das Burggespenst“ von Katja Steude und „Das Stück mit dem Joker“ von Anton Zeißig als auch die Orchesterkomposition „Am Lagerfeuer“ von Helene Scharfe bei. Uraufgeführt wird das auf Wunsch der Chemnitzer Musiker entstandene Stück „Pinguin-Aktion“ von Richard Zeißig. Unter der Leitung von Jakob Brenner erklingen außerdem die Uraufführung „Weg zu mir – Meditation für Orchester“ des ehemaligen Schülers der Komponistenklasse Dresden Jan Arvid Prée (geb. 1998) sowie Werke von Bernd Alois Zimmermann, Giorgos Kyriakakis (UA), Henry Berthold und Hans Helfritz.
Seit mehreren Jahren führen Musiker der Robert-Schumann-Philharmonie unter der Federführung der Geigerin Mechthild Winkler Kinder und Jugendliche in Chemnitz und Umgebung an zeitgenössische Musik heran. Mit den NeMuKids-Konzerten „touren“ sie in Kindergärten und Grundschulen. Ein wichtiger Bestandteil dieses Projekts ist die Zusammenarbeit mit der Komponistenklasse Dresden.
Karten 8 bis 23 Euro unter www.theater-chemnitz.de und an der Tageskasse








