Wieland Schwanebeck

Dass man niemals nur mit Gleichaltrigen zusammenglucken muss, dass gemeinsames Singen allen Stimmbrüchen zum Trotz lohnen kann, dass man in keinem Alter nur für die Schublade Musik schreiben muss, all dies sind Lehren, die ich meiner Zeit in der Komponistenklasse verdanke. Wie die meisten Schüler sind es vor allem die Ferienkurse, mit denen ich wunderbare Erinnerungen verbinde, aber ohne den regelmäßigen Unterricht in Dresden hätte es zum Jahreskonzert niemals fertige – oder durchdachte – Noten, ganz zu schweigen von gerade noch in der Frist fertig gewordenen Stimmauszügen gegeben. Welchen Verlauf ein Schuljahr auch immer nach, was auch „sonst so“ im Leben gerade prägend gewesen war – in der Komponistenklasse sind wir alle immer ein bisschen aus der Zeit gefallen, und haben miteinander musiziert. Gemäß dem Musikverständnis, das mir die Komponistenklasse mit auf den Weg gegeben hat, zähle ich zum Musizieren jeden Aspekt des Miteinanders, wobei Notenpapier-Bekritzeln ein wichtiger Teil, aber bei weitem nicht alles ist.

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