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Benedikt Kau

Ich kam zur Komponistenklasse Dresden mit kleinen melodischen Ideen, konnte aber kaum etwas davon zu Papier bringen. Der Eintritt war für mich, im Nachhinein betrachtet, eine unheimlich bereichernde Entscheidung, die mich bis heute geprägt hat. Noten zu Papier zu bringen war dabei mit das Geringste, das ich mitnehmen durfte. Wissen über die theoretischen Grundlagen der Musik, Gehörbildung oder Anregungen, neue Komponisten oder Stile kennenzulernen: Die Bandbreite an Erfahrungen während dieser Zeit war enorm groß.

Mit viel Spaß verbrachte ich die Oster- und Sommerkurse und lernte dort neue Leute kennen, die ähnlich viel Spaß an Musik und Komponieren, jedoch völlig andere Ansätze oder Ideen hatten. Diese Wochen, in denen ich mich voll auf die Komposition konzentrieren konnte, waren ausgesprochen intensiv und jedes Mal auf andere Weise ergebnisreich. Wenn ich auf die Zeit zurückblicke, war die Komponistenklasse eine unglaubliche Erfahrung, die ich nie missen möchte. Es war eine so seltene Gelegenheit, in dem Alter eigene Stücke von Berufsmusikern aufgeführt zu hören. Nie vergessen werde ich die Momente im Konzert, wenn dort die eigene Komposition erklingt.

Benedikt Kau war von 2005 bis 2014 Schüler der Komponistenklasse Dresden und studiert seit 2014 am University College Freiburg sowie am University College Maastricht Liberal Arts and Sciences mit einem Fokus auf Life Sciences.

Jan Arvid Prée

In den fast vier Jahren in der Komponistenklasse habe ich vieles gelernt – über Musiktheorie und -geschichte, über das Musizieren an sich – und ich durfte viele interessante Menschen kennenlernen. Doch was mir hier nicht beigebracht wurde, war, auf eine bestimmte Art und Weise zu Komponieren – zum Glück! Denn so konnte ich stilistisch und konzeptionell unbeeinflusst vom Lehrer schreiben, ich habe vielmehr auf diese Weise gelernt, jede Entscheidung beim Komponieren selbst zu treffen. Außerdem wurde ich so dafür sensibilisiert, sich selbst und seine (musikalischen) Entscheidungen stets zu hinterfragen und erst so zu einer gewissen Urteilsfähigkeit zu kommen – eine Fähigkeit, die meiner Meinung nach zu den existenziellsten beim Musizieren überhaupt gehört.

Eine weitere großartige Gelegenheit war, stets neue Denkanstöße und Ideen zu bekommen, zum Einen durch die anderen Schüler der Komponistenklasse und andererseits durch die Vorträge und Workshops in den Ferienkursen, wodurch ich meinen musikalischen Horizont erheblich erweitern konnte. Die Mischung zwischen künstlerischer Freiheit – zugleich aber auch Verantwortung – und kompetenter Wissensvermittlung hat meine Zeit in der Komponistenklasse zu einer sehr bereichernden und schönen Zeit gemacht.

Jan Arvid Prée war Mitglied der Komponistenklasse Dresden bis zum Sommer 2015 und begann anschließend ein Dirigierstudium an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden.

Cornelius Acker

„In den fast schon vier Jahren in der Komponistenklasse habe ich vor allem eines bekommen: Wissen, welches ich auf unterschiedliche Arten in meinem späteren Leben nutzen kann. Diese Jahre haben mich gebildet und weiterentwickelt. Man sammelt Erfahrungen, die unheimlich viel wert sind. Ich genoss die Arbeit mit meinen Lehrern Herrn Korndörfer und Frau Fraikin. Komponieren ist eine Fähigkeit, die nicht nur der Musik zuzuteilen ist. Das Leben drängt uns manchmal in Situationen, in denen es schwer ist, die richtige oder überhaupt eine Entscheidung zu treffen. Der Einfallsreichtum und die Kreativität, welche es braucht jene Situationen meistern zu können, finde ich auch im Komponieren wieder. Bin ich kreativer geworden? Nein. Aber mir wurde die Fähigkeit gegeben meine Kreativität vollkommen nutzen zu können. Ich bin für diese Jahre unheimlich dankbar! Allen jungen Menschen, die sich für das Erschaffen von Musik interessieren, möchte ich mit großer Begeisterung empfehlen, sich die Komponistenklasse Dresden anzuschauen.“

Cornelius Acker war Mitglied der Komponistenklasse Dresden bis Juli 2015 und studiert ab Oktober 2015 Lehramt.

Clemens Kersten

Da sich mein musikalischer Horizont ausschließlich auf das zwar lautstarke, aber doch recht melodiearme Schlagzeug beschränkte, war die Entscheidung ab 2005 Kompositionsunterricht zu nehmen genau richtig. Ich bekam eine völlig neue Möglichkeit mit meinen Ideen und mit Tönen überhaupt umzugehen. Obwohl ich kein Melodieinstrument spielte, hatte ich nie das Gefühl nicht das ausdrücken und umsetzen zu können, was ich wollte. Meine Stücke entsprachen immer meinem Typ und auch von Seiten der Kompositionslehrer wurde ich, wenn nötig, unterstützt, aber nie in Richtungen gedrängt, die mir nicht entsprachen. Die Jahreskonzerte und andere Projekte waren immer absolute Höhepunkte. Die Komposition wird immer eine wichtige Fähigkeit und Erfahrung für mich sein und hat meine musikalische Wahrnehmung grundlegend positiv geschult und verändert.

Nora Schneider

In schöner Erinnerung bleiben mir, neben dem regelmäßigen Unterricht, die gemeinsamen Oster- und Sommerkurse. Ergänzend zum Singen, Komponieren und Gehörbildung gab es Workshops, in denen Musiker ihre Instrumente vorstellten und uns einen Einblick in die Vielfalt der Möglichkeiten gewährten. Ein Höhepunkt war dann das Jahreskonzert in jedem Herbst, bei welchem die Kompositionen von professionellen Musikern gespielt wurden. Nach dem ganzen Stress mit Partitur schreiben und extra Stimmen anfertigen war das der Moment, in dem man mit sich zufrieden sein durfte. Die Komponistenklasse war nicht nur eine kreative und künstlerische Abwechslung vom Schulalltag, sondern ich habe auch einen Freundeskreis gefunden, in dem die Leute durch das gemeinsame Interesse zur Musik verbunden sind.

Paul Gertitschke

Die fünfjährige Mitgliedsschaft in der Komponistenklasse hat mich in meiner musikalischen Laufbahn und meinen Berufs- und Studienwünschen sehr geprägt (heute studiere ich Ballettimprovisation und instrumentale und Korrepetition in Leipzig).
Sie war für mich immer ein Ort des Lernens und des Austauschs und sie hat mich immer wieder ermuntert, über den eigenen Schatten zu springen und Kunst zu schaffen, die wirklich künstlerisch wertvoll ist. Die Lehrer selbst sind sehr erfahren. Ich habe immer auf alle Fragen eine höchst kompetente Antwort bekommen.
Eine aufgeweckte Truppe junger Leute, unter denen man gute Freunde gefunden hat, waren wir in den Ferienkursen – für mich intensive Tüftlerwerkstätten, in denen man zusammen komponiert, musiziert, gespielt und gegessen hat. Aber auch die Gespräche über Musik und Komposition im Unterricht waren ein Highlight.

Stephan Lewandowski

Obwohl meine Zeit in der Kinderkomponistenklasse Halle-Dresden nur recht kurz war, habe ich viel Positives, Anregendes und auch Lustiges erlebt. Ich habe mich in meinem letzten Schuljahr über regelmäßigen Kompositionsunterricht sowie einen Ferienkurs intensiv auf mein Kompositionsstudium vorbereiten können. Unterricht in Instrumentenkunde, Gehörbildung und Musiktheorie, aber auch Einblicke in die Theaterwelt und Besuche von Museen gehörten zu den umfassenden Eindrücken, die ich vermittelt bekam. Mehrfach fanden auch öffentliche Konzerte an renommierten Spielorten und mit hochkarätigen Musikern statt. Die Probephase und die Konzertatmosphäre gestalteten sich dabei äußerst angenehm. Alle – spielbaren und mitunter auch nicht spielbaren Ideen – wurden stets ernst genommen und gegebenenfalls umgearbeitet. Heute unterrichte ich selbst an zwei Musikhochschulen Musiktheorie und an einer Musikschule Klavier und Musiktheorie.

Julia Rarisch

Komponistenklasse – das hieß Stifte spitzen und Notenpapier einpacken statt der Badehose und dann rein in den Rausch von Noten und Musikinstrumente. Interpreten „zum Anfassen“ und die Frage, was passiert, wenn man den Schalltrichter der Posaune beim Spielen ins Wasser hält. Wir Schüler waren eine bunte Mischung, die gemeinsam beim Singen harmonierten und musizierten, aber auch ganz schön viel Rabazz machen konnten.
In den Jahreskonzerten wurde hörbar, was der Kopf ersponnen hat. Ich glaube, spurlos ging das an niemandem von uns vorbei. Für mich ist das Komponieren immer noch Teil des Lebens und als Musikerin widme ich mich intensiv der zeitgenössischen Musik, das wäre wohl nicht so ohne die Komponistenklasse geworden.

Bernd Schumann

Die Komponistenklasse war für mich ein geschützter Raum, ein Refugium, fernab von Wettbewerbs- und Konkurrenzdruck, in dem jeder Schüler sich unterschiedslos vom Ausbildungsstand als Mensch und Künstler ernst genommen fühlen konnte. Die freundschaftliche Atmosphäre und das libertäre, vergleichs- und bewertungsfreie pädagogische Konzept waren sehr prägend für meine persönliche Entwicklung. Unter höchstqualifizierter Anleitung und besten Arbeitsbedingungen konnte ich so einen Grundstein legen für meine weitere Laufbahn, sowohl in beruflicher als auch in künstlerischer Hinsicht. Ich verdanke der Komponistenklasse sehr viel.

Wieland Schwanebeck

Dass man niemals nur mit Gleichaltrigen zusammenglucken muss, dass gemeinsames Singen allen Stimmbrüchen zum Trotz lohnen kann, dass man in keinem Alter nur für die Schublade Musik schreiben muss, all dies sind Lehren, die ich meiner Zeit in der Komponistenklasse verdanke. Wie die meisten Schüler sind es vor allem die Ferienkurse, mit denen ich wunderbare Erinnerungen verbinde, aber ohne den regelmäßigen Unterricht in Dresden hätte es zum Jahreskonzert niemals fertige – oder durchdachte – Noten, ganz zu schweigen von gerade noch in der Frist fertig gewordenen Stimmauszügen gegeben. Welchen Verlauf ein Schuljahr auch immer nach, was auch „sonst so“ im Leben gerade prägend gewesen war – in der Komponistenklasse sind wir alle immer ein bisschen aus der Zeit gefallen, und haben miteinander musiziert. Gemäß dem Musikverständnis, das mir die Komponistenklasse mit auf den Weg gegeben hat, zähle ich zum Musizieren jeden Aspekt des Miteinanders, wobei Notenpapier-Bekritzeln ein wichtiger Teil, aber bei weitem nicht alles ist.

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